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NATURA 2000 – Truppenübungsplatz ALLENTSTEIG

Natura 2000 ist das Kernstück der europäischen Naturschutzpolitik. Ziel in diesem Netzwerk von über 26.000 Schutzgebieten in Europa ist es, die wertvollsten europäischen Arten und Lebensräume für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Der Truppenübungsplatz ALLENTSTEIG als Teil des Natura 2000 Netzwerkes leistet mit seiner naturräumlichen Ausstattung einen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa. Viele von der Urbanisierung, agrarischen und touristischen Nutzung bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden ihre letzten Rückzugsräume auf militärischen Übungsplätzen und in militärischen Sperrgebieten.

So zum Beispiel werden am Truppenübungsplatz ALLENTSTEIG zurzeit 85 Arten und ihre Lebensräume im Schutzregime Natura 2000 betreut. Mit der Erstellung und laufenden Weiterentwicklung des militärökologischen Nutzungsplanes des Truppenübungsplatzes werden die Bedürfnisse und Ziele aller Landnutzer - auch die des Naturschutzes – in einem integrativen Prozess zusammengeführt. Dieser Managementplan bildet die Grundlage für die Nutzung und Pflege des Übungsplatzes. Der Umsetzungsprozess des Managementplanes wird durch ein entsprechendes Monitoring unter Einbindung externer Wissenschafter begleitet und so wertvolle Erkenntnise über die gesetzten Maßnahmen und Entwicklungen sowie für künftige Notwendigkeiten gewonnen. Zusätzlich werden bedarfsorientiert ökologische Begleitplanungen zu Vorhaben am TÜPl A mit dem Ziel erstellt, nicht nur den günstigen Erhaltungszustand der Schutzgüter zu sichern sondern auch die Lebensraumsituation in Ihrer Gesamtheit zu verbessern.

Bei all diesen Maßnahmen stellt vor allem das Arbeiten in Blindgängergefährdeten Räumen eine besondere Herausforderung dar.

 

 

Natura 2000 - Steckbrief

Name:

Europaschutzgebiet Vogelschutzgebiet Truppenübungsplatz ALLENTSTEIG, AT1221VOO

Rechtliche Grundlagen:

 
  • Richtlinie 79/409/EWG (DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN 1979) über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogelschutzrichtlinie)
  • Richtlinie 92/43/EWG (DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN 1992a) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildleenden Tiere und Pflanzen (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie)
  • NÖ Naturschutzgesetz 2000, LGBl. 5500-8
  • Verordnung über die Europaschutzgebiete LGBl. 5500/6
 

Größe:

Truppenübungsplatz:        ca. 15.700 ha, davon

·         ~ 96% ständiges Militärisches Sperrgebiet

·         ~ 70% Natura 2000 Schutzgebiet (11.060 ha)

·         ~ 50% Blindgängergefährdeter Raum

Schutzgegenstand

85 Vogelarten und ihre Lebensräume

·         insbesondere die in Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie angeführten Brutvogelarten:

Schwarzstorch (Ciconia nigra), Wespenbussard (Pernis apivorus), Seeadler (Haliaeetus albicilla), Wiesenweihe (Circus pygargus), Haselhuhn (Bonasa bonasia), Wachtelkönig (Crex crex), Uhu (Bubo bubo), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Raufußkauz (Aegolius funereus), Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), Eisvogel (Alcedo atthis), Grauspecht (Picus canus), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Heidelerche (Lullula arborea), Blaukehlchen (Luscinia svecica), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Neuntöter (Lanius collurio), Birkhuhn (Tetrao tetrix tetrix) und

·         die in Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie angeführten Durchzügler und Wintergäste:

Weißstorch (Ciconia ciconia), Schwarzmilan (Milvus migrans), Rotmilan (Milvus milvus), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Kornweihe (Circus cyaneus), Fischadler (Pandion haliaetus), Merlin (Falco columbarius), Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria), Kampfläufer (Philomachus pugnax), Bruchwasserläufer (Tringa glareola), Sumpfohreule (Asio flammeus), Brachpieper (Anthus campestris) sowie

·         die im gegenständlichen Gebiet regelmäßig auftretenden Zugvogelarten

 

Erhaltungsziele

Erhaltung oder Wiederherstellung einer ausreichenden Vielfalt und einer ausreichenden Flächengröße der Lebensräume aller Schutzgegenstände des Gebietes.

Im Speziellen sind dies die Erhaltung von einem ausreichenden Ausmaß an:

1.      bestehendem Offenland durch extensive

·         Landbewirtschaftung bzw. Landschaftspflege,

·         magerem, weithin offenem und niedrigwüchsigem

·         Grünland (Wiesen, Weiden) verschiedenster Ausprägungen im großteils verbrachenden Offenland,

·         Brachflächen im Offenland,

·         Strukturen in Form von Solitärgehölzen und

·         eingestreuten Magerstandorten wie Trockenrasen, magere Wiesen, Steinbrüche, Brandschutzstreifen,

 

2.      großflächigen und naturnahen Wäldern mit

·         standortheimischen Baumarten und

·         einer naturnahen bzw. natürlichen Alterszusammensetzung

·         sowie mit einem charakteristischen Strukturreichtum,

 

1.      Laubwald in den großflächigen Wirtschaftswäldern (z.B. Laubwaldinseln),

2.      Altholzinseln im Sinne eines flächendeckenden, mosaikartig verteilten Netzes,

3.      störungsfreien Sonderstrukturen wie Gewässerränder, Felsformationen, Grabeneinschnitte,

4.      Feuchtbiotopen, Feuchtbrachen, Schilfröhrichten, Teichen und naturnahen Bachläufen.

 

Managementplan

Militärökoloigscher Nutzungsplan (zur Zeit: Militärischer Raumnutzungsplan, GZ S93765/2-AusbB/2006)

Eigentümer:

Republik Österreich/Heeresverwaltung

Zuständigkeit Natura 2000

Bundesministerium für Landesverteidigung/Umweltschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit

Gebietsbetreuung:

Kommando Truppenübungsplatz ALLENT-STEIG/Militärökolgie

Monitoring:

Forschungsgemeinschaft WILHELMINENBERG

Kommando Truppenübungsplatz ALLENTSTEIG/Militärökolgie

weiterführende links:

www.noe.gv.at/Umwelt/Naturschutz/Natura-2000.html

 

 

 

 

 

Bundesheer, Bundesministerium f�r Landesverteidigung und Sport